Die Lehen Münchens

Ein Rückblich in die Geschichte:

Das Münchner Lehenssystem erscheint auf den ersten Blick komplex und schwierig. Doch im Grunde bezieht es sich lediglich auf das Feudalrecht des ausgehenden Mittelalters und ist unter dieser Warte ein durchaus nachvollziehbares Instrument zur Sicherung der Macht und Loyalität der Untertanen durch den Fürsten.

Eine erste Reform entstand durch die Revolution in Frankreich 1789 und darauffolgend die Einheits- und National-bestrebungen der Napoleonischen und nach Napoleonischen Jahre. Doch wurden die ersten zaghaften Versuche von Reformern, die auch in der schwerfälligen  Vampirischen Welt stattgefunden hatten, mit dem Wiener Kongress 1814 gnadenlos von den Alten unter den Vampiren vom Tisch gefegt. Die demokratischen Bestrebungen der 1848er Revolution und die darin verwickelten Brujah geben dem Feudalen Standesdenken erneut Risse und mehr und mehr begannen die Jungen in den Vordergrund zu drängen, die das System zumindest hinterfragten. Letzten Endes wurde während der Deutschen Revolution und den damit einher gehenden Wirren und Umwälzungen dieses System auch in der vampirischen Gesellschaft abgewandelt.

Nach dem Ersten Weltkrieg, dem Scheitern der Monarchien und dem damit einhergehenden Machverlust der Ahnen, drängten die jungen unter den Kainiten radikalen Gedanken in die politische Mitte, ohne das die Alten dieses zu verhindern vermocht hätten.
In der Zeit der Weimarer Republik, der ersten Republik mit vielen liberalen Gedanken, die den Ahnen mehr und mehr ihre Macht über die sterbliche Gesellschaft entriss, wurde das Feudale Lehnssystem als überholt angesehen und abgeschafft. Dieses war ein endgültiger Bruch mit dem Alten und wurde von vielen jungen Vampiren als Hoffnung angesehen. Die blutigen Tage der Münchner Räterepublik sind ein Beweis dafür wie gegensätzlich diese Kräfte aufeinander prallten und die sterbliche Gesellschaft doch ein Spielball der Vampire ist.

Als die Nazis an die Macht drängten eroberten sich die Ahnen und Traditionalisten unter den Vampiren ein Stück der zentralisierten Macht zurück. Das Lehenssystem wurde allerdings nicht wieder in dem Umfang eingeführt, sicher auch als eine Konsequenz aus den Unruhen und der sich kurzzeitig gebildeten Münchner Räterepublik des Jahres 1919 Dafür wurden viele Ideen umgesetzt, die das Lehenssystem bei weitem in ihrer Strukturiertheit übertraf. Nicht zuletzt waren es die Tremere, die hier versuchten den Anderen ihre Weltanschauung der vampirischen Gesellschaft  aufzuzwingen.

Fürst Ebner, der nach dem 2. Weltkrieg ab 1945 über München herrschte und in den ersten Jahren seine große Mühe hatte, seine Macht gegenüber den noch verbleibenden Kräften der Jahre des 3. Reiches zu sichern, etablierte dieses althergebrachte Recht der Feudalen Stände neu in München. Er sicherte sich damit eine Schaar an loyalen Vasallen, auf denen er seine Macht begründete. Nach dem Verschwinden Ebners und der fast völligen Auslöschung der Domäne München im Sabbatkrieg 1998 geriet diese Ständeordnung von Vasallen und Herrschenden abermals ins Abseits. Was folgte waren die Jahre der 10 Fürsten, in denen keiner seine Macht in der Art und Weise sichern konnte, als das er das Lehnssystem für sich hätte nutzen können. ein Zustrom aus neuen Bürgern, machten es zudem obsolet, diesen verfrüht Land und Macht zu geben. Der letzte Fürst, der ein solches Recht für sich genutzt hatte war der Ventrue Ölrichs, der, um sich vor den Ahnen zu schützen das Land unter den 3 Münchner Ahnen aufteilte. Johanna Plinganser (Brujah), Ferdinand von Bayreuth (Ventrue) und die Älteste von Ihnen, Katharina von Habsburg (Toreador). Er setzte 3 Vögte ein, die den Ahnen verpflichtet waren und das Land bewachen sollten. Doch dieses half ihm nicht im Amt zu bleiben und führte letztlich dazu, das die Ahnen nun nicht mehr im Vorborgenen sondern offen ihre Missgunst gegenüber dem anderen zu Tage brachten und die Domäne fast zerrissen wurde. Mit dem Attentat auf Fürst Ölrichs und seiner daraus resultierenden Starre, beschlossen die Ahnen ihre Grenzen weitgehend aufzugeben und München wieder als eine Domäne zu betrachten. Auch wenn man dieses nicht als Lehenssystem betrachten kann, so soll es dennoch Erwähnung finden. Nach diesem kurzen aufflammen der territorialen Aufteilung Münchens wurde dieses wieder fallen gelassen.

Denn mit der Machtergreifung Ferdinand von Bayreuths 2013 änderte sich dieses alles abermals. Ferdinand von Bayreuth, der sehr wohl aufmerksam durch die Zeiten gegangen war und die aus Sicht der Ventrue und herrschenden Kainiten errungenen Erfolge des Wiener Kongresses noch gut in Erinnerung hatte, etablierte dieses System aus Lehen und Vasallen erneut in München. Er bezeichnet dieses gerne als die von ihm geschaffene Renaissance des Wiener Kongresses.

München war seither, neben der Innenstadt in 22 Lehen unterteilt. Zu Beginn wurde jedem Lehensherrn ein Lehen in Oberbayern zugestanden. Doch nach der inzidierten Rebellion des Albert Spatz und der Ausrufung der Domäne Oberbayern wurde dieses obsolet. Nach der Zerschlagung der oberbayrischen Domäne fielen die ehemaligen Landlehen, auf Geheiß des Fürsten und unter Zustimmung des Lehensherren Rates, an den Clan Gangrel, der, als Treue Vasallen Bayreuths, dieses Land bewachen.

Zum Lehnsystem:

München war in 22 Lehen unterteilt. Ein Lehen konnte nur der erlangen, der Bürger Münchens war. Ein jeder Kainit herrschte über sein Lehen mit einer gewissen Autonomie, die sich auf der 2. Und 5. Tradition der Camarilla begründen.
   Zur Erinnerung:

  •    Tradition: Die Domäne (2.Traditon de Camarilla)
    Deine Domäne ist dein eigener Belang. Alle anderen schulden dir Respekt, solange sie sich darin aufhalten. Niemand darf sich gegen dein Wort auflehnen, solange er in deiner Domäne weilt. Aber das funktioniert auch im Rückschluss: Du hast die Zuflucht, die Lehen anderer zu achten, genau das schützt diese Tradition.
  •    Tradition: Gastfreundschaft (5.Traditon de Camarilla)
    Ehre die Domänen anderer. Wenn du in eine fremde Stadt kommst, so sollst du dich dem vorstellen, der dort herrscht. Ohne das Wort der Aufnahme bist du nichts. Hierzu nur ein Satz: Höflichkeit schützt vor Ärgernis, „Jemand“ stirbt nicht so schnell wie „Niemand“.

Über den Belangen der Lehensherren stand nur der Fürst und seine Offiziere. Als Offiziere bezeichnete Ferdinand von Bayreuth den Seneschal, den Vogt, den Hüter der Elysien und den Herold.

Die Lehensherren bildeten den sogenannten Lehensherren Rat, der dem Fürsten mit Rat zur Seite stand. Zudem hatte Ferdinand von Bayreuth verfügt, dass auch derjenige der über die meisten Lehen für seinen Clan verfügt von ihm als Primogen des Clans anerkannt wurde. Dieses bricht mit der Tradition der Primogene in der Camarilla, doch war dies ein Schachzug um sich die Loyalität der eben jener zu sichern. Die Münchener Geschichte hat gezeigt, dass es oft der Macht der Primogene geschuldet wurde, das sich die Fürsten nicht in der Domäne behaupten konnten. Daher wurde in München nicht das Recht und der Status des Primogen dem ältesten seines Clans sondern, in der Auffassung Ferdinand von Bayreuth, dem Fähigsten und Treusten zugestanden.
Nicht besetzte Lehen, wurden durch den Seneschall der Domäne in Vertretung des Fürsten verwaltet.

Die kleine Revolution im August 2018

Ferdinand von Bayreuth beschloss bei seiner Hofhaltung im August 2018 das Lehensrecht abermals zu ändern und besinnt sich damit zurück auf das Feudalrecht ausgehend vom Heiligen Römischen Reich deutscher Nation. Hier war es den Kurfürsten gestattet autonom zu herrschen. Diese fanden sich zum Reichstag und dem Reichsrat zusammen um den Kaiser zu beraten und ihm im Kriegsfall die Lehnstreue zu halten. Zwar gedenkt Ferdinand von Bayreuth nicht ihnen annähernd so viele Recht zuzugestehen wie sie einst die Kurfürsten inne hatten, aber er wird sich einiger weniger bedienen um München zu verwalten. Gab es bisher noch bis zu 22 mögliche Lehensherren, wird es nun nur noch fünf von ihnen geben, die München im fürstlichen Willen verwalten. Um ihnen die nötige Autorität zuzugestehen begründet Ferdinand von Bayreuth mit dem Tage seiner Hofhaltung an den fürstlichen Magistratsrat Münchens. Ein jeder der 5 Erwählten trägt von nun an den Titel des Ratsherren oder Magistraten.
Die Aufteilung der 22 Lehen existiert nur noch auf dem Papier in den Büchern über die Geschichte des Lehenssystems (OT: aus der Aufteilung heraus ergibt sich die Errechnung des Blut Pools). Einige Ratsherren behalten sie für ihr Gebiet vielleicht sogar bei, doch ist es jedem selbst überlassen, wie und ob er eine Gebietsverteilung umsetzt. Ferdinand von Bayreuth verlangt hierfür die uneingeschränkte Lehenstreue dieser 5 und lässt einen Schwur auf die Camarilla und auf seine Person als Fürst Münchens leisten.
Wie die Ratsherren mit ihren „Vasallen“ (also Bürgern Münchens, die in deren Lehen ihre Zuflucht haben) verfahren, bleibt ihnen ebenfalls frei überlassen. Die Ratsherren haben zudem das Recht über das Jagt und Gastrecht in ihrem Lehensgebiet zu verfügen und sind lediglich dem Fürsten und dessen Offizier, dem Vogt, Rechenschaft schuldig.
Doch sollten sie sich bewusst sein, das sie die Verantwortung dafür zu tragen haben das sich die unter ihrem Schutz, in ihrem Lehen befindlichen Kainiten an die Gesetze der Camarilla und Münchens halten und Ferdinand von Bayreuth treu gegenüber stehen.

Um den Rat mit einer Machtfülle auszustatten und diese in München in Vertretung des Fürsten ausüben zu können, schafft Ferdinand von Bayreuth das Amt des Seneschalls ab. Es wird nicht mehr von einer Person ausgeübt, sondern die Rechte und Pflichten werden durch den Rat und ihre Mitglieder ausgefüllt und wahrgenommen. Hierdurch hat der Rat die Legislative als auch die Judikative der Domäne inne. Jedoch hat der Fürst als die höchste Instanz stets das Recht Beschlüsse und Urteile des Rats außer Kraft zu setzten. Genau wie dem Seneschall ist es dem Rat nicht gestattet die Blutjagt auszurufen. Es ist fest geschrieben dass eine einfache Mehrheit der Ratsstimmen zu einem Beschluss reicht. Auch müssen nicht immer alle Ratsherren für einen Beschluss anwesend sein. So können beispielsweise Gäste der Domäne durch die Stimme von drei dieser Ratsherren zu Bürgern ernannt werden.

In Zeiten der absoluten Bedrohung der Domäne wird dieses Amt des Seneschalls wieder reaktiviert und einer aus dem Magistratenrat wird dieses Amt ausfüllen. Der Rat verzichtet hierdurch auf seine Befugnisse, bis die Bedrohung vorüber ist.

Die Münchner Ratslehen

 

•   Das Königslehen (Lila)
•   Das Lehen auf der Au (Blau)
•   Das Lehen Alt Schwabing (Rot)
•   Das Lehen der Sendlinger Höhen (Gelb)
•   Die Pasinger Zinnen (Grün